Aphasie
Aphasie Ist eine zentrale Sprachstörung, die nach abgeschlossenem Spracherwerb auftritt zum Beispiel nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma und Hirntumoren.
Dysarthrie/Dysarthrophonie
Hierbei handelt es sich um eine Störung der Sprechmotorik, teilweise gekoppelt an eine Störung der Stimmgebung und der Sprechatmung (Dysarthrophonie). Tritt vor allem auf bei M. Parkinson, MS, AlS auch nach Schlaganfällen und SHT.
Sprechapraxie
Hierbei handelt es sich um eine Störung in der Planung von Sprechabläufen zum Beispiel nach Schlaganfall, SHT und Hirntumoren.
Redeflussstörungen
Stottern (Balbuties)
Beim Stottern handelt es sich um Unflüssigkeiten im Redefluss. Hauptsymptome sind Blockierungen, Dehnungen und Wiederholungen.
Prominente Betroffene sind Bruce Willis, Der Graf (Sänger der Band Unheilig), Rowan Atkinson alias Mr. Bean, Hamit Altintop (Fußballprofi), Marilyn Monroe, König George VI., Isaac Newton und viele mehr.
Bei der Therapie wird nach dem Non-Avoidance-Ansatz (Nicht-Vermeidens-Ansatz) behandelt.
Die angewendeten Konzepte sind:
Mini-KIDS (Kinder) und Schul-KIDS (ältere Kinder und Jugendliche) nach Dr. Patricia Sandrieser und Peter Schneider
Poltern (unter anderem als Battarismus bezeichnet)
Beim Poltern handelt es sich um eine Störung des Redeflusses. Charakteristisch dafür sind eine unregelmäßige, zu schnelle Sprechgeschwindigkeit, Unflüssigkeiten, Silbenverschmelzungen und oft auch andere Symptome, wie Sprach- und Sprechfehler, phonologische Fehler und Aufmerksamkeitsprobleme. Poltern kann mit Stottersymptomen einhergehen.
Stimmstörungen (Dysphonien)
„Jede Einschränkung der stimmlichen Leistungsfähigkeit ist als Erkrankung zu bewerten, sofern sie den Betroffenen in der Ausübung seines Berufes oder in der Kommunikation im Alltag beeinträchtigt.“ (Sabine S. Hammer, 3. Auflage, 2007)
Eine Stimmbeeinträchtigung geht einher mit einer Veränderung des Stimmklangs. Der Stimmklang weist dabei vermehrt Geräuschanteile (Heiserkeit, Rauhigkeit, Behauchtheit) auf, die auch unter dem Begriff Heiserkeit zusammengefasst werden können. Die Belastbarkeit der Stimme ist eingeschränkt und in der Regel die Ausdrucksfähigkeit vermindert.
Eine Stimmerkrankung fußt
- auf einer organischen Veränderung des Kehlkopfes oder
- auf einer Störung der Kehlkopffunktion
Störungsbilder
Funktionell bedingte Stimmstörungen:
Bei einer funktionellen Veränderung der Stimme ist das Stimmorgan, der Kehlkopf, gesund, und es liegt keine organische Veränderung vor.
Was sich ungünstig verändert hat, ist der Stimmgebrauch. Ein mehrdimensionales, bio-psycho-soziales Geschehen ist dafür verantwortlich, dass das Zusammenspiel zwischen Atmung, Kehlkopf (dort befinden sich die Stimmlippen) und Artikulation nicht mehr optimal aufeinander abgestimmt seine Funktion erfüllt.
Organisch bedingte Stimmstörungen
Hierbei handelt es sich um organische Veränderungen im Kehlkopf, die die Stimmlippen betreffen.
Dazu zählen:
- Stimmlippen-Knötchen
- Stimmlippen-Ödem
- Stimmlippen-Zysten
- Stimmlippen-Polypen
- Kontaktgranulom / Ulkus
- Stimmlippen-Karzinom
- Stimmlippen-Lähmungen (zum Beispiel nach Schilddrüsen-Operationen)
- Stimmstörungen durch Traumata im Bereich des Kehlkopfes (zum Beispiel durch Unfälle, Operationen, Schädigung der Stimmlippen durch Beatmung), magensäurebedingte Schädigungen)
- Stimmstörungen bei Tumorerkrankungen und erforderlicher Entfernung eines Teils oder der ganzen Stimmlippe(n)
- Dekortikation (Entfernung des Stimmlippenepithels)
- Chordektomie (Stimmlippententfernung)
- Laryngektomie (Entfernung des Kehlkopfes)
- Stimmstörungen aufgrund neuromuskulärer Funktionsstörungen, verursacht durch neurologischen Erkrankungen zum Beispiel zerebrovaskuläre Erkrankungen (Gehirnblutungen, Durchblutungsstörungen), Morbus Parkinson
Psychogene Stimmstörungen
Bei einer psychogenen Stimmstörung liegt kein organischer Befund vor, jedoch ist die Stimme aufgrund psychischen Einflusses erheblich verändert.
Spastische Stimmstörungen
Diese Art der Stimmstörung kann den funktionellen oder psychogen bedingten Stimmstörungen nicht zugeordnet werden. Sie weist ein eher außergewöhnliches Erscheinungsbild auf, „und die Fragen nach ihrer Ursache sind bislang nicht vollständig geklärt“ (S. 60, Stimmtherapie mit Erwachsenen v. Sabine S. Hammer, Auflage 3, 2007)
Mutationsstimmstörungen (funktionell oder organisch)
Funktionell bedingt: Es handelt sich um Stimmstörungen aufgrund von Störungen beim Ablauf des Stimmwechsels, wobei hiervon hauptsächlich Männer betroffen sind. Meist senkt sich die Stimmlage nicht genügend ab.
Organisch bedingt: siehe „Hormonelle Stimmstörungen“
Alterstbedingte Stimmbeeinträchtigungen (Presbyphonien)
Die an der Stimmerzeugung beteiligten Organe und Strukturen sind den natürlichen Alterungsprozessen unterworfen. Alterung per se ist keine Krankheit, jedoch können die Alterungsprozesse in ihrer Gesamtheit die stimmliche Leistungsfähigkeit soweit herabsetzen, dass der Betroffene in seinen alltäglichen Aktivitäten enorm eingeschränkt wird. Der Leidensdruck steigt, die Lebensqualität leidet. Eine logopädische Behandlung kann Abhilfe schaffen. „Stimmtherapie kann dabei die Symptome nicht aufheben, aber den ökonomischen Umgang mit der eingeschränkten stimmlichen Leistungsfähigkeit erleichtern.“ (Prof. Dr. Bernhard Richter in 1. Auflage, Böhme, 2011).
Rhinophonia aperta und clausa (offenes/geschlossenes Näseln)
Rhinophonia aperta (offenes Näseln)
Beim offenen Näseln handelt es sich um eine übermäßige Nutzung des Nasenraums. Es werden neben den Buchstaben „m + n + l“ auch andere Laute nasal gebildet. Dies kann „situationsbedingt, gewohnheitsmäßig oder aus organischen Gründen“ (Wirth, 5. Auflage, 2000) geschehen.
Rhinophonia clausa (geschlossenes Näseln)
Die Nasenpassage ist aufgrund unterschiedlicher Ursachen behindert. Der nasale Klanganteil ist auf ein Minimum reduziert oder nicht vorhanden. Insbesondere betroffen sind die nasalen Laute „m + n + l“.